Lithium-Ionen-Akkus sicher laden und lagern
Ratgeber

Lithium-Ionen-Akkus im Betrieb: So laden und lagern Sie sicher

Akkus von Werkzeugen, E-Bikes und Flurförderzeugen sind eine unterschätzte Brandquelle. So laden und lagern Sie Lithium-Ionen-Akkus im Betrieb sicher.

Veröffentlicht von S-H-Brandschutz · Stand: Oktober 2026

Illustration: brennender Lithium-Ionen-Akku neben Akku-Sicherheitsschrank und Feuerlöscher

Akku-Schrauber, Laptops, Diensthandys, E-Bikes, Hubwagen: In fast jedem Betrieb stecken heute Dutzende Lithium-Ionen-Akkus. Sie sind leistungsstark und praktisch. Werden sie beschädigt, überladen oder falsch gelagert, können sie aber in Brand geraten. Solche Brände entwickeln sich schnell und sind schwer zu löschen.

Warum brennen Lithium-Ionen-Akkus?

Die häufigsten Ursachen sind mechanische Beschädigungen (zum Beispiel ein Sturz), Hitze, Alterung und Fehler beim Laden. Im schlimmsten Fall kommt es zum sogenannten „Thermal Runaway“: Eine Zelle erhitzt sich, setzt in kürzester Zeit große Mengen Energie frei und steckt benachbarte Zellen an. Dabei entstehen giftige und brennbare Gase. Ein solcher Brand kann auch nach dem Ablöschen erneut aufflammen.

Sicher laden – die wichtigsten Regeln

  • Nur das Original-Ladegerät oder ein vom Hersteller freigegebenes Gerät verwenden.
  • Nicht unbeaufsichtigt laden, vor allem nicht über Nacht oder am Wochenende.
  • Auf einer nicht brennbaren Unterlage laden, mit Abstand zu brennbaren Materialien.
  • Ladeplätze nicht in Flucht- und Rettungswegen einrichten.
  • Beschädigte, aufgeblähte oder heiß gewordene Akkus nicht mehr laden.
  • Für größere Ladebereiche (z. B. Flurförderzeuge, E-Bikes) einen festen, geprüften Ladeplatz mit Rauchmelder und Feuerlöscher in der Nähe vorsehen.

Sicher lagern

Akkus sollten trocken, kühl und frostfrei gelagert werden, geschützt vor direkter Sonne, Wärmequellen und mechanischer Beschädigung. Größere Mengen gehören nicht einfach ins Regal, sondern je nach Menge und Leistung in geeignete Akku-Sicherheitsschränke oder abgetrennte Lagerbereiche. Eine gute Orientierung gibt die Einteilung nach VdS 3103 (geringe, mittlere und hohe Leistung).

Beschädigte oder defekte Akkus müssen sofort aussortiert und in einem geeigneten Sicherheitsbehälter bis zur Entsorgung aufbewahrt werden.

Was tun, wenn ein Akku brennt?

  1. 1 Feuerwehr alarmieren (112) und den Bereich räumen.
  2. 2 Nur löschen, wenn es gefahrlos möglich ist. Brandgase nicht einatmen.
  3. 3 Kleine Akkus mit viel Wasser kühlen bzw. mit einem geeigneten Feuerlöscher bekämpfen. Spezielle Löschmittel für Akkubrände können sinnvoll sein.
  4. 4 Auch nach dem Löschen weiter beobachten – Akkus können sich erneut entzünden.

Gehört das in die Gefährdungsbeurteilung?

Ja. Lade- und Lagerbereiche für Akkus sollten in der Gefährdungsbeurteilung Brandschutz berücksichtigt werden. Daraus ergeben sich die passenden Maßnahmen – von der Löscherausstattung über die Unterweisung bis zur Brandschutzordnung.

Unser Angebot: Wir prüfen Ihre Lade- und Lagerbereiche vor Ort, beraten Sie zur Ausstattung und schulen Ihre Brandschutzhelfer auch zum Thema Akkubrände.

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Quellen: DGUV Information 205-041 „Brandschutz beim Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien“, VdS 3103, BG ETEM.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.

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